Veranstaltungen

Hier werden Veranstaltungshinweise gegeben, die mit dem Strafvollzugsarchiv, den an diesem beteiligten Personen und zu den mit dem Strafvollzugsarchiv verbundenen Themen zusammenhängen.

Feb
21
Fr
Buchvorstellung @ Club 27 im Bremer Presseclub
Feb 21 um 18:00 – 19:30
Buchvorstellung @ Club 27 im Bremer Presseclub | Bremen | Bremen | Germany

Vorstellung des Buches „Definitionsmacht, Renitenz und Abolitionismus. Texte rund um das Strafvollzugsarchiv.
Einführende Statements von Elke Bahl (Bremen), Prof. Dr. Christine Graebsch (Dortmund), Dr. Wolfgang Lesting (Oldenburg), Prof. Dr. Sebastian Scheerer (Hamburg). Moderation RA Erich Joester (Bremen).

Feb
28
Fr
Gefängniskritik und Gefangenenberatung @ Fachhochschule Dortmund
Feb 28 um 14:00 – 19:30

Das Strafvollzugsarchiv lädt ein:
GEFÄNGNISKRITIK UND GEFANGENENBERATUNG:
„DEFINITIONSMACHT, RENITENZ UND ABOLITIONISMUS“
FE(E)ST-AKT ZUR BUCHVORSTELLUNG
https://strafvollzugsarchiv.de/buchankuendigung-definitionsmacht-renitenz-undabolitionismus
WANN: 28.02.2020, 14 Uhr – 19.30 Uhr
WO: FB 8 der Fachhochschule Dortmund,
Emil-Figge-Str. 44, Raum 335

PROGRAMM:
14 Uhr
Prof. Dr. Christine Graebsch (FH Dortmund, Leiterin des Strafvollzugsarchivs) und
Prof. Dr. Johannes Feest (Universität Bremen, Begründer und langjähriger Leiter des Strafvollzugsarchivs,
Vorsitzender des Vereins Strafvollzugsarchiv e.V.):
Begrüßung und Vorstellung der neu erschienenen Publikation von Johannes Feest (Feestschrift II):
14.20 Uhr
Dr. Sven-U. Burkhardt (Vertretungsprofessor FH Dortmund, Rechtsanwalt, Mitarbeiter des
Strafvollzugsarchivs):
Aspekte inter- und intranationaler Rechtskulturvergleiche
14.40 Uhr
Prof. Dr. Christine Graebsch:
Aktuelle Probleme aus dem Strafvollzugsarchiv und der Rechtsberatung für Gefangene
15.20 Uhr
Dr. Wolfgang Lesting (Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Oldenburg; Mitherausgeber des
(Alternativ-) Kommentars zu den Strafvollzugsgesetzen):
Renitente Strafvollzugsbehörden
Pause: 16 Uhr – 16.30 Uhr
16.30 Uhr
Dr. Lioba Fricke (Psychologin und Kriminologin):
Haftalltag und teilnehmende Beobachtung
16.50 Uhr
Adrian Tillmanns (Seelsorger in der JVA Werl):
Lebenswirklichkeit in der Sicherungsverwahrung
Lisa Grüter (Strafverteidigerin):
Rechtswirklichkeit der Sicherungsverwahrung
Pause: 17.50 Uhr – 18 Uhr
18.00 Uhr
Prof. Dr. Helmut Pollähne (Strafverteidiger):
Die Forderung nach einer Ungefährlichkeitsvermutung in Entsprechung zur Unschuldsvermutung
18.40 Uhr
Hubertus Becker (Autor):
Realität des Strafvollzugs und die Forderung nach seiner Abschaffung
Ende um 19.30 Uhr

programm_pdf

Mrz
25
Mi
Tagung „Krimmigration“ @ Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld
Mrz 25 – Mrz 26 ganztägig

Please click here for the English version.

Krimmigration beschreibt die Verwobenheit zweier juristisch noch immer getrennt gedachter Rechtsgebiete: Die zunehmende Verschränkung von Strafrecht und Migrationsrecht. Ihr Effekt ist der Ausschluss bestimmter Bevölkerungsgruppen von einer vollwertigen Bürgerschaft und der Gesellschaft. Krimmigration ist zugleich Ursache und Folge eines gesellschaftlichen Diskurses, in dem die Konstruktion von Migration, des Fremden und Anderen mit Konstruktionen von Kriminalität, Unsicherheit und Gefahr einhergeht. Dieser Diskurs wird auf der politischen und medialen Bühne geführt, wobei verschiedene Moralunternehmer*innen auf unterschiedlichen Feldern Gefahren konstruieren, um diese Vermengung zu rechtfertigen. Der Diskurs bestimmt aber auch die alltägliche Praxis im Feld von Migration und Strafrecht, wobei die Grenzen zwischen Management und Kontrolle von Kriminalität einerseits und Migration andererseits, die Abgrenzung von strafrechtlichen Sanktionen zu Migrationssteuerung zunehmend verwischen bzw. sich auflösen. Eine wesentliche Folge in der Rechtswirklichkeit besteht im Verlust verfahrensrechtlicher Garantien mit Blick auf die diskursiven Praxen in der weitgehenden Identifikation von Kriminellem mit Fremdem.

Krimmigration als Gegenstand kriminologischer Forschung richtete sich demnach einerseits auf Gesetzgebung, ausführende Politik sowie Praxen der Überwachung und Kontrolle z.B. durch Handhabungen der Polizei und andererseits auf den gesellschaftspolitischen Kontext, der Krimmigration verursacht bzw. möglich macht und z.B. die Frage, auf welche Weise Kriminalitäts- und Migrationsthemen gesellschaftlich gerahmt werden.

Die Tagung zielt auf die juristischen sowie die gesellschaftspolitischen Debatten und auf deren auch transnationale Verwobenheit und historische Kontextualisierung.